Für eine gute Behandlungsplanung müssen dem Kieferorthopäden wichtige Befundunterlagen, die sog. Diagnostik, vorliegen.

Eine kieferorthopädische Behandlung kann man gut mit dem Bau eines Hauses vergleichen. Auch hier kommt zuerst die Untersuchung und Tragfähigkeit des Baugrunds und die Abklärung der örtlichen Bauvorschriften durch den Archtitekten.

Allerdings ist der Kieferorthopäde bei seiner Behandlung zugleich Architekt und Bauunternehmer da er die Behandlung auch selbst ausführt.

Zu einer guten kieferorthopädischen Diagnostik nach europäischem fachzahnärztlichem Standard gehören

  • die klinische Untersuchung der Zähne, des Zahnfleisches, der Kiefer sowie der Kiefermuskulatur und die Mundöffnung
  • Modelle des Ober- und Unterkiefers mit Bissregistrierung in dreidimensionaler Ausrichtung zur Modellanalyse
  • Übersichts-Röntgenaufnahmen der Zähne und Kiefer zur Bewertung der Kieferform und der Zahnachsen. Hierbei kommen wir durch den Einsatz computerisierter digitaler Röntgenaufnahmen mit deutlich geringerer Strahlenbelastung als bei konventionellen Röntgenaufnahmen aus was bei Kindern besonders wichtig ist.
  • Seitliche Spezial-Schädelaufnahmen (digital) zur Ausmessung der Kiefer- und Gesichtsverhältnisse
  • Fotografien des Gesicht- und Halsbereichs von vorne (Enface) und seitlich (Profil) zur Ausmessung der Gesichtsverhältnisse und der Symmetrie bzw. Asymmetrie

Aufbauend auf die Modellanalyse empfiehlt sich bei Erwachsenen eine Simulation der möglichen Behandlung an weiteren Gipsmodellen, den sog. Setup-Modellen. Dieses Setup erlaubt dem Patienten sich umfassend mit der geplanten Behandlung auseinanderzusetzen und gibt ihm wertvolle Entscheidungshilfe, auch im Hinblick auf sein familiäres/soziales/berufliches Umfeld.

Übrigens: Kennen Sie den Unterschied zwischen Ästhetik und Kosmetik?

Ästhetik ist:

naturidentisches medizinisches Wiederherstellen im sozialen (gesellschaftlichen) Umfeld

Kosmetik ist:

naturverändernde Behandlung im Hinblick auf ein Schönheitsideal

Aus eben diesen Definitionen folgt zwangsweise dass eine Behandlung nach ästhetischen Gesichtspunkten eine medizinische Behandlung darstellt im Gegensatz zur kosmetischen Verschönerung.